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Die Thematik über die Funkgeräte mit 8,33 kHz-Kanalabstand wirft zunehmend Wellen. Nicht nur die abgelehnte Unterstützungsgelder der EU machen uns zu schaffen, sondern auch die Tatsache, dass noch ein ganz grosser Teil der HB-Flugzeuge nicht mit den neuen Funkgeräten ausgerüstet ist. Die EU-Durchführungsverordnung 1079/2012 ist schon seit bald 5 Jahren in Kraft und besagt, dass alle Flugzeuge bis Ende 2017 umgerüstet werden müssen. Die Bodenstationen hingegen werden erst im November 2018 nachziehen. Dieser grosse Zeitunterschied und unterschiedliche Behandlung der Benützer kann und konnte von den europäischen Behörden nicht erklärt werden und macht auch überhaupt keinen Sinn.

Am 10. August 2017 hat die AOPA Switzerland als einziger Verband beim BAZL den Antrag gestellt, bei der EU eine einjährige Fristverlängerung zu beantragen, um den Avionikshops genügend Zeit für die Nachrüstung einzuräumen. Mittlerweile haben wir offizielle Meldungen erhalten, wonach Dänemark, Irland und England ein Jahr Aufschub gewährt bekommen haben. Finnland hat sogar eine 10jährige Fristverlängerung erhalten.

Am 24. November haben wir vom BAZL nun den Entscheid über unser Gesuch erhalten. Die folgenden Ausführungen gelten nur für den schweizerischen Luftraum:

1. Die Pflicht zur Umrüstung auf Funkgeräte mit 8,33 kHz Kanalabstand wird für alle HB-Luftfahrzeuge bis zum 28. März 2018 verlängert.

2. Ab dem 29. März bis 7. November dürfen VFR-Flugzeuge die Frequenzen von unkontrollierten Flugplätzen weiterhin benützen und nur in den Lufträumen Echo und Golf verkehren. Bei Ramp Checks werden die Ausrüstungen geprüft. Sollte ein auf einem kontrollierten Flugplatz stehendes Flugzeug kein 8,33-kompatibles Funkgerät aufweisen, muss mit strafrechtlichen Konsequenzen gerechnet werden. Bei Ramp Checks auf unkontrollierten Flugplätzen bis zum 7. November 2018 muss kein 8,33-Funkgerät eingebaut sein.

3. Ab dem 8. November 2018 müssen alle Flugzeuge umgerüstet sein.

Wir interpretieren Samedan als kontrollierter Flugplatz, weil dort eine Funkpflicht herrscht. Demnach dürfte Samedan ab dem 29. März 2018 nur noch mit 8,33-Funkgeräten angeflogen werden. Das Gleiche gilt unseres Erachtens in Grenchen während den TWR-losen Zeiten. Die FIS von Zürich und Genf hingegen werden von uns als unkontrolliert betrachtet, weil diese Frequenzen auch ohne Language Proficiency aufgerufen werden können.

AOPA Switzerland ist froh über den positiven Entscheid des BAZL, dass zumindest ein gestaffelter Aufschub ausgesprochen wurde. Die Zeit ist nach wie vor eng, sollte aber reichen, um alle Flugzeuge nun fristgerecht umrüsten zu können. AOPA Switzerland dankt dem BAZL für seine Weitsicht ganz im Sinne der Flugsicherheit.

Wünschenswert wäre es, wenn diese Umrüstung für alle im schweizerischen Luftraum fliegenden Luftfahrzeuge gelten würde. Der Grossteil der Luftwaffe wird nämlich keine Umrüstung erfahren und fliegt auch nach dem erweiterten Stichtag vom 8. November 2018 mit 25kHz-Kanalabstand.

 

VFR-Piloten aufgepasst: Die Frist für die Einführung des 8,33 kHz-Frequenzrasters für den VHF-Flugfunk in der Schweiz wird bis zum 30. März 2018 erstreckt. Dies gilt für sämtliche Luftraumklassen in der Schweiz, insbesondere aber für diejenigen, in denen das Mitführen eines Funkgerätes vorgeschrieben ist.